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Entspannung für Nacken und Schultern
Prof. Hannelore Pilss-Samek,
Maria-Enzersdorf-Südstadt
"Mein Nacken ist wieder so steif, ich kann den Kopf kaum bewegen,
habe bereits Kopfschmerzen. Was soll ich dagegen tun?" Ärzte und
Bewegungstherapeuten hören Tag für Tag diese Klagen. "Beim
Heben des Armes tut mir die Schulter weh!" ist die nächste
"Beschwerde".
Am besten ist wohl, wenn man der Ursache dieser Beschwerden auf den
Grund geht. Bereits bekannt ist, daß jede gleichbleibende Körperstellung
zum Verkrampfen jener Muskelgruppe führt, die diese Körperstellung
anhaltend fixieren muß. Und eben diese anhaltende Muskelspannung stört
die Zirkulation, löst Schmerzen aus. Hier ist nicht jene
Muskelspannung zu verstehen, die durch isometrische Übungen erziel
wird, die zu einer Festigung des Muskels führen soll. Hier wird nicht
nur vorübergehend aktiviert, sondern oft über Stunden verkrampft.
Der Angriffspunkt dieser Verspannungen liegt schon berufsbedingt
im Nacken- und Schulterbereich.
Daher Gebot Nr. 1: Jede fixierte Kopfstellung vermeiden,
bereits ein langsames Auf- und Abbewegen, eine Nickbewegung und auch
Drehbewegung löst Verspannung.
Doch Entspannung allein genügt nicht! Haben doch jene
Muskeln die Aufgabe, den Kopf in eine gewünschte Stellung zu bringen.
Wichtig bleibt daher die Wechselwirkung von Spannung und
Entspannung. Der goldene Mittelweg ist wie immer der richtige!
Bedenken Sie auch, daß eine seelische Belastung Einfluß auf den
ganzen Körper ausübt. Jede Aufregung kann wie automatisch zu einer
Muskelspannung gerade in diesem Bereich führen. Wie kann man dem
begegnen? Indem man bewußt jedes Fehlverhalten meidet, zwischendurch
immer wieder Übungen zur Entspannung macht, positive Eindrücke
sucht, eben an sich arbeitet.
Nicht zuletzt: Schlafen Sie gut? Oder liegt die Ursache
Ihrer Nackenverspannung, Ihrer Fehlbelastung im Bereich der
Nackenwirbel am ungeeigneten Kopfkissen? Der Kopf soll so ruhen, daß
die Wirbelsäule in ihrem natürlichen Verlauf nicht beeinträchtigt
wird, nicht die Schulter, sondern nur der Kopf wenig erhöht
aufliegt.
Abb. 1:
1) Auf einem sicher stehenden Stuhl sitzen, die Unterschenkel
stehen senkrecht zu Boden, Hände an den Hinterkopf legen. Nun den
Kopf bewußt gegen diese Stütze neigen, Rücken strecken, Kinn heben,
einatmen. Dann den Kopf langsam vorsenken, Rücken rund machen, ausatmen.
6-8mal.
Abb. 2:
2) Hände verschränken, Ellbogen seithalten, Kinn auf die Handrücken
legen. Zur Stärkung der Nackenmuskein das Kinn gegen die
widerstandleistenden Hände drücken, nur 3 Sekunden verharren, dann
die Arme neben dem Körper hängen lassen, Kopf vorneigen, ausatmen.
4mal wiederholen.
Abb. 3:
3) Im Sitzen rechtes Bein vorstrecken, die Hände an den
Hinterkopf, Rücken strecken, einatmen. Nun mit den Händen den Kopf
in Richtung Bein tiefdrücken, ausatmen. Dann wieder
aufrichten, Kinn heben, Ellbogen nach außen drücken, einatmen. 4mal
wiederholen, Beinstellung wechseln, weiterüben.
Abb. 4:
4) Hinter dem Stuhl stehen, Füße beisammen, Hände auf die Rückenlehne
stützen. Nun die Knie langsam beugen, in sich zusammensinken, Kopf
zwischen die Oberarme hängen lassen, ausatmen. Sich
langsam wieder "aufbauen", Rücken strecken, einatmen.
6-8mal wiederholen.
Abb. 5:
5) Auf einer weichen Unterlage knien, die Hände vorn zu einer
Bankstellung aufstützen. Nun den Kopf hängen lassen, bewußt senken,
dabei die Bauch- und Sitzmuskeln spannen, ausatmen. Dann
wieder zurück in die Ausgangsstellung, Kopf heben, tief einatmen.
6-8mal langsam wiederholen.
6) Rückenlage, Hände unter den Kopf, linkes Bein anstellen. Nun
den Kopf etwas heben, die Hände drücken sanft hoch, um die
Muskelarbeit zu unterstützen, Ellbogen vorbringen, ausatmen. Dann
langsam wieder zum Liegen senken, einatmen. 4mal wiederholen, dann
anderes Bein anstellen, weiterüben.
7) Sitzen, die Beine langstrecken, linkes Bein leicht anwinkeln,
rechten Arm hochhalten, Rücken aufrichten, einatmen. und den Oberkörper
vorsenken, mit der rechten Hand den echten Fuß berühren, Kopf und
Schultern hängen lassen, ausatmen. Langsam wieder
aufrichten, Arm heben, einatmen, 4mal, dann Bein und Arm wechseln,
weiterüben.
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